Das Wesentliche ist vollbracht

Das Wesentliche ist vollbracht

Das Wesentliche ist vollbracht

# Neuigkeiten

Das Wesentliche ist vollbracht

Das Bild zeigt einen Kranz, der aus immergrünen Zweigen gebunden ist. Er ist mit farbenfrohen Bändern geschmückt, die vom Wind zur Seite geweht werden. An vier dunkelgrünen Bändern befestigt, hängt der Kranz an einer Latte, die aus dem Inneren eines offenen Dachstuhls vertikal nach oben Richtung Himmel zeigt. Der Dachstuhl ist mit Lochblechen zusammengeschraubt und augenscheinlich gerade erst errichtet. Es ist ein Richtkranz, wie er zum Richtfest vom Bauherrn aufgehängt wird, um die Errichtung des Dachstuhls als Meilenstein des Hausbaus zu feiern.

Die im Wind flatternden Bänder des Kranzes verleihen dem im Grunde statischen Bild eine gewisse Dynamik.

Menschen bauen Häuser mit Dächern, weil sie sich vor Wind und Wetter schützen wollen. Es entspricht dem menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit, sich unter ein Dach zurückzuziehen, wenn draußen Stürme toben.

Solche Unwetter lassen sich auch auf das Leben übertragen. Es gibt unendlich Vieles, das uns in unserem Sicherheitsbedürfnis bedrängt, sei es die Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten oder um den Arbeitsplatz, die Angst einsam zu sein, oder dass der Frieden, in dem wir leben, keinen Bestand hat. Politische und gesellschaftliche Sorgen, aber auch Schicksalsschläge, wie schwere Erkrankungen halten uns immer wieder die Verletzlichkeit unserer Existenz vor Augen. Trotz aller Fortschritte in den Bereichen der Technik und Medizin können wir uns noch so sehr bemühen, ein Dach über unser Leben zu zimmern, das Wind und Wetter aus unserem Leben aussperrt, wir werden immer wieder die Erfahrung machen, dass es undichte Stellen gibt, durch die Stürme des Lebens uns erreichen.

Der Dachstuhl, der unter dem Richtkranz steht, ist noch offen. Die aneinandergeschraubten Balken geben zwar schon die Form eines Satteldaches zu erkennen, doch sind Dachlatten, Planen und Dachziegel noch nicht zu sehen. Der Wind, der die bunten Bänder über dem First flattern lässt, weht ungestüm durchs Gebälk des Dachstuhls. Es ist ein Rohbau, dem man zwar ansieht, einmal ein sicheres Zuhause zu werden, aber der den ersehnten Schutz vor Wind und Wetter noch nicht bietet.

Der festliche Kranz mit seinen im Wind wehenden bunten Bändern steht im Kontrast zur Unfertigkeit des Daches. Beim Richtfest wird etwas gefeiert, obwohl es noch nicht vollendet ist. Es ist kein Fest des Abschlusses, wie die Einweihungsfeier, bei der alle Gäste im neuen Haus Platz finden. Das Richtfest ist ein Fest auf dem Weg. Bevor Wind und Wetter ausgesperrt sind, wird gefeiert, dass das Wesentliche geschafft ist.

Am Karfreitag gedenken Christen des Wesentlichen, das vollbracht ist: Jesus Christus, Gottes eingeborener Sohn, starb an den Balken des Kreuzes, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3,16) Diese Erlösung gilt „schon jetzt“, auch wenn uns die Welt mit Krankheit, Krieg und Leid täglich das „noch nicht“ vor Augen führt. Immer wieder erfahren wir, wie zerbrechlich das Leben ist, und sehnen uns nach Schutz und Sicherheit, wie unter einem Dach. Mitten in dieser unvollendeten Welt steht das Kreuz Jesu – aufgerichtet über uns wie ein Zeichen der Hoffnung. Es erinnert uns daran, dass Gott das Entscheidende bereits getan hat, um uns zu beschützen, wenn die Stürme des Lebens an uns rütteln. So dürfen wir, umgeben von Wind und Wetter, darauf vertrauen, dass die Tore zur Ewigkeit offenstehen und die Liebe Gottes stärker ist als alles, was uns bedroht.

Für Christen ist der Karfreitag der Tag, an dem das Wesentliche geschafft wurde. Jesus Christus, Gottes eingeborener Sohn, starb an den zusammengenagelten Balken des Kreuzes, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben, (Joh 3,16) wie es im Johannes Evangelium heißt. Dieser Erlösung gilt schon jetzt, auch wenn uns die Welt täglich das „noch nicht“ vor Augen führt

An Karfreitag gedenken wir der Erlösung. Das Kreuz wurde über uns aufgerichtet, um uns zu zeigen, dass die Tore zur Ewigkeit für uns offenstehen. Auch wenn uns die Welt die Verletzlichkeit des Lebens vor Augen hält, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott das Wesentliche vollbracht hat, um uns vor Wind und Wetter zu schützen.

 

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed